Iran - wankt der Gottesstaat?

14.04.2010

Iran - wankt der Gottesstaat?

Am Mittwoch, dem 14. April spricht auf Einladung von Attac und vom Freundeskreis Rosa Luxemburg im Konferenzraum des TGZ, Alter Holzhafen 19, der gebürtige Iraner Pedram Shayhar zum Thema "Iran - die große Revolte im Nahen Osten". Gleich in zweifacher Hinsicht steht der Iran gegenwärtig im Brennpunkt internationaler Aufmerksamkeit: einmal wegen des innenpolitischen Aufbegehrens der iranischen Zivilgesellschaft gegen das theokratisch-autoritäre Regime der islamistischen Ayatollahs und zum anderen wegen der internationalen Kritik an der Atompolitik des Gottesstaates, die leicht zu einem neuen Waffengang im Nahen Osten führen könnte. Viele Indizien sprechen dafür, dass die Macht der Ayatollahs trotz der brutalen Gewaltausübung der sogenannten Revolutionswächter zu brökeln beginnt. Welche Schichten des iranischen Volkes sind die Träger der aktuellen Revolte, welche Ziele verfolgen sie und wie sind die Perspektiven für einen demokratischen Umbruch? Auf wen stützt sich das rückwärtsgewandte Regime der machtausübenden Theokraten? Diesen Fragen geht der Referent genauso nach, wie dem internationalen Beziehungsgeflecht um den Iran, seiner Rolle im Irak- und im Afghanistankonflikt, seiner Atompolitik und seinem Verhältnis zu Israel. Er wendet sich dagegen, den gegenwärtigen demokratischen Aufbruch als eine von außen gesteuerte ?orangene Revolution? zu bezeichnen und kritisiert in diesem Zusammenhang u. a. linke Politiker wie Hugo Chavez, dem er wegen seiner Fraternisierung mit Ahmadinedschad einen verantwortungslosen Umgang mit den wirklichen Verhältnissen im Iran zugunsten von taktisch-geopolitischen Denkspielen vorwirft.
Die öffentliche Veranstaltung beginnt um 18.00 Uhr; der Eintritt ist frei.

2787
Unterzeichner

Sarah Kirsch