Vortrag zum israelisch-palästinensischen Konflikt
01.04.2009
Auf Einladung der Rosa-Luxenburg-Stiftung wird Professor Dr. Rolf Verleger aus unserer Partnerstadt Lübeck am Mittwoch, dem 1. April zum Thema "Zionismus und Judentum" sprechen. Der Referent arbeitet als Neurophysiologe am Lübecker Uni-Klinikum. Der außeruniversitären Öffentlichkeit ist er vor allem als Direktoriumsmitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland und durch sein Engagement beim Aufbau der jüdischen Gemeinde in Lübeck und in Schleswig-Holstein bekannt geworden. Unter dem Eindruck des israelisch-libanesischen Krieges im Sommer 2006 äußerte er sich zunächst intern im Zentralrat, dann öffentlich kritisch zu den militärischen Maßnahmen der israelischen Regierung gegen den Libanon, später auch gegen den Gaza-Streifen und zu der Israel unterstützenden Haltung des Zentralrats hierzu.
Er fordert mehr kritische Distanz der Bundesregierung gegenüber der israelischen Politik ein, diese Aktivitäten brachten ihm von Repräsentanten innerhalb und außerhalb jüdischer Organisationen Kritik ein, andererseits erhält er jedoch auch viel Zustimmung, wobei darauf verwiesen wird, dass er nicht gegen Israel an sich, sondern gegen die derzeitige Politik das Landes argumentiert und für die Einhaltung der traditionellen jüdischen ethnischen Werte plädiert. Aus dieser Position setzt er sich mit dem Vorwurf auseinander, Kritik an Israel haben vonherein als - antisemitisch - zu gelten, und er begründet, warum er aus seiner jüdischen Identität heraus in Gerechtigkeit und Nächstenliebe höherrangige Werte sieht, als im Bekenntnis zu Volk und Nation.
Die Veranstaltung ist öffentlich, jedoch sind Personen unerwünscht, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören oder der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind, und die Veranstalter behalten sich vor, ihnen den Eintritt zu verwehren.

